Quo vadis, - Samtgemeinde Velpke?
(von Richard Finke)
Der sich abzeichnende demographische Wandel wird auch an unserer Samtgemeinde Velpke nicht vorbeigehen. Die Entwicklung der Einwohnerzahl und Altersstruktur bestätigt diesen Trend schon heute sehr deutlich. In der Januar-Ausgabe der Glocke sind wir auf das Thema bereits ausführlich eingegangen. Dabei stellte sich im Ergebnis die Frage: „Was machen wir mit dieser Entwicklung? Zuschauen und abwarten oder aktiv werden und nach Lösungswegen suchen?“
Die Wirtschaftsförderung der Samtgemeinde Velpke hat sich in den letzten Wochen eingehend mit diesem Themenbereich beschäftigt. Eines wurde dabei deutlich: Die sich abzeichnende Entwicklung macht es erforderlich, dass sich auch die Angebote der gewerblichen Wirtschaft entsprechend bedarfsorientiert weiterentwickeln müssen. Der ländliche Raum muss auch für junge Familien als Wohnstandort wieder attraktiv werden bzw. bleiben. Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür ist die Schaffung einer vielfältigen Angebotspalette von Produkten und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs. Kurz: Eine starke Wirtschaft vor Ort, die getragen wird von den Einwohnern als Kunden. Denn jeder Euro, der in der Samtgemeinde Velpke bleibt, trägt zur Sicherung und Weiterentwicklung unseres Wirtschaftsstandortes bei. Jeder kann hier aktiv mitarbeiten.
Was wir brauchen ist damit also klar. Interessanter - und auch schwieriger - ist aber die Beantwortung der Frage: „Wie kann die Umsetzung aussehen?“
Die Ergebnisse unserer Überlegungen dazu haben wir vier Handlungsfeldern zugeordnet, die nachfolgend vorgestellt werden sollen:
1. Bestandspflege und Gründerförderung
Besonderes Augenmerk wird die Wirtschaftsförderung bei ihrer Arbeit auf die partnerschaftliche Kommunikation mit den bestehenden Betrieben legen. Hier gilt es u. a., die Angebote der Wirtschaftsförderung künftig noch stärker den Betrieben bekannt und zugänglich zu machen. Unter der Überschrift „Wirtschaftsforum“ sollen künftig verschiedene Veranstaltungen zusammengefasst werden. Geplant sind Vorträge, Workshops, Wirtschaftsgespräche und weitere Projekte und Aktionen. Die Gründerförderung soll themenspezifisch in die Angebote einbezogen werden. Ziel dabei ist, die Jungunternehmer in die Wirtschaftsgemeinschaft einzubinden. Die Beratung und Begleitung von Existenzgründern wird auch in Zukunft der Schwerpunkt der Gründerförderung sein.
2. Finanzierung
Dem Handlungsfeld Finanzierung sind aufgrund knapper Haushaltsmittel mehr denn je enge Grenzen gesetzt. Umso mehr gilt es, die vorhandenen Fördermittel in zukunftsorientierte Unternehmungen zu investieren. Mit dem Regionalisierten Teilbudget (RTB) steht den niedersächsischen Kommunen ein Förderprogramm zur Verfügung, durch das sie das wirtschaftliche Angebot vor Ort selbst steuern können. Die Samtgemeinde Velpke wird auch zukünftig mit ihrer Co-Finanzierung im Rahmen des RTB kleinen und mittleren Unternehmen eine finanzielle Unterstützung bei der Ansiedlung und Schaffung neuer Arbeitsplätze bieten.
3. Tourismus und Naherholung
Ein neues Handlungsfeld ist zukünftig der Bereich Tourismus und Naherholung. Die Samtgemeinde Velpke hat durchaus attraktive Landstriche und Sehenswertes zu bieten. Zunächst gilt es hier, das vorhandene Potential auszuloten. Einen möglichen Schwerpunkt könnte hier der Radtourismus bilden. Kein anderes touristisches Marktsegment hat in den letzten Jahren solche Wachstumszahlen aufzuweisen, wie der Urlaub mit dem Rad. Hier könnten Kooperationen mit angrenzenden Kommunen (Wolfsburg, Königslutter, Oebisfelde) eine gute Möglichkeit sein, den Standort Samtgemeinde Velpke in bereits vorhandene Radwegenetze einzubinden.
4. Ansiedlung
Dem Bereich Firmenansiedlung kommt immer größere Bedeutung zu. Zumal das Gewerbesteueraufkommen einen nicht ganz unerheblichen Einfluss auf die Finanzlage des kommunalen Haushalts hat. Die Ausweisung neuer Gewerbegebiete ist darum unabdingbar. Vor dem Hintergrund, dass die Stadt Wolfsburg mittelfristig an Kapazitätsgrenzen stößt, aber auch die verkehrlichen Bedingungen sich mit der neuen B 188 verbessert haben, bieten sich hier für die Samtgemeinde Velpke interessante Entwicklungsmöglichkeiten. Im Handlungsfeld Ansiedlung soll verstärkt über interkommunale Zusammenarbeit die Fachkompetenz der Stadt Wolfsburg und der Wolfsburg AG genutzt werden.
Hinter den genannten Handlungsfeldern stehen konkrete Ideen, die wir versuchen werden, nach und nach abzuarbeiten. „Nach und nach“, weil eben auch dies ein Entwicklungsprozess ist. Das wird in der Regel auch nicht unbedingt sofort nach außen hin sichtbar werden. Denn Wirtschaftsförderung lässt sich nicht nur an der Anzahl der vorhandenen Geschäfte messen. Auch bedeutet es, alle Beteiligten mitzunehmen.
Abschließend ein weiterer Aspekt, der vielleicht noch deutlicher das Vorgenannte in seiner Wichtigkeit unterstreicht:
Die aktuelle Diskussion um die Bildung einer neu strukturierten „Großregion Braunschweig“ bzw. Fusionen von kleinen Kommunen wird auch die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Velpke erreichen. In diesem Prozess muss sich die Samtgemeinde als Einheit eindeutig positionieren, will sie ihre Eigenständigkeit behalten und die weitere Entwicklung selbst gestalten. Je stärker sich die Samtgemeinde schon jetzt aufstellt, - besonders auch im wirtschaftlichen Bereich-, umso mehr kann sie auf diesen Prozess aktiv einwirken und ihren Einfluss geltend machen.
Wenn Sie, die Unternehmer und Einwohner der Samtgemeinde Velpke, den hier vorgestellten Weg mit uns gehen, haben wir die eingangs gestellte Frage „….zuschauen und abwarten oder aktiv werden und nach Lösungswegen suchen?“ bereits beantwortet.
Wirtschaftsförderung Samtgemeinde Velpke

