e-Mobilität in der Samtgemeinde Velpke

13.09.2017

Die Samtgemeinde Velpke möchte im Rahmen der „Ausgewählten Klimaschutzmaßnahme im Rahmen der Förderung einer Stelle für Klimaschutzmanagement“ ein elektrisch betriebenes Dienstfahrzeug anschaffen.

 

In der Samtgemeinde Velpke gibt es schon einige Mitbürgerinnen und Mitbürger, die bereits den Schritt hin zur e-Mobilität, teilweise in Form eines Hybrid-Fahrzeuges, gewagt haben und gerne von ihren Erfahrungen berichten;

 

„Wir fahren seit Februar 2017 einen Passat Variant GTE. Ein Plug-In Hybrid (E-Motor & Benzin-Motor). Wir arbeiten bei Volkswagen in der Entwicklung und waren neugierig, wie sich die e-Mobilität im Alltag bewährt und haben uns daher entschlossen, einen GTE anzuschaffen.

Es macht viel Spaß, mit dem Auto zu fahren. In verkehrsberuhigten Bereichen, Spielstraßen, im Parkhaus usw. ist es ein gutes Gefühl, leise und ohne Abgase zu erzeugen, zu fahren. Während der Fahrt zeigt das Display, welcher Motor gerade arbeitet, oder dass beim Bremsen Energie gewonnen wird. Dadurch fährt man viel bewusster.

 

Unser Fahrzeug ist ein Hybrid mit einem E-Motor mit einer realen Batterie-Reichweite von ca. 30 bis 40 Km (offiziell 50 km) und einem Verbrennungsmotor mit einer Reichweite von ca. 600 km. So ist die Verfügbarkeit auch ohne geladenen E-Motor gegeben.

Fahrten vor Ort kann man rein elektrisch zurücklegen, wenn man dann über Nacht immer wieder nachlädt. Doch im Winter lässt die Batterie-Reichweite stark nach, so dass die Fahrt zur Arbeit hin und zurück schon knapp wird. Da wären bei einem Plug-In Hybriden mind. 100 km Batterie-Reichweite, die dann im Winter so praktische 60 bis 80 km ergeben, schon praktischer.

 

Es ist nicht immer einfach, unterwegs eine E-Tankstelle zu finden, es gibt zwar schon gute Apps zur Suche, die aber oft nur welche aus dem eigenen Abrechnungs-Verbund anzeigen. Ärgerlich ist auch, wenn man endlich eine Ladesäule gefunden hat, diese aber belegt ist, noch ärgerlicher, durch einen Verbrenner, der die Säule ungenutzt blockiert.

 

Weiterhin benötigt man eine Vielzahl von Chipkarten für die unterschiedlichsten Anbieter. Hier fehlt eine einheitliche Regelung, so dass man zumindest deutschlandweit nur eine Karte benötigt.

 

Ein reines E-Fahrzeug mit aktuell verfügbaren Reichweiten 150 bis 300 km wäre nur bei einem dichteren Ladenetz mit Schnell-Lademöglichkeit praktikabel, bei dem aktuell verfügbaren Ladenetz bräuchte man wenigstens 500 km Reichweite.

 

Diesen Sommer waren wir z.B. im Urlaub an der Ostsee. Im Urlaubsort gab es keine Ladesäulen, die nächsten sollten in Rostock sein. Doch 2 von den 3 verzeichneten Ladesäulen waren auf abgegrenzten Hotelparklätzen, und quasi nur für Hotelgäste. Und Rostock ist ja nicht gerade ein kleiner Ort.

Hier muss das Netz auf jeden Fall noch ausgebaut werden, wenn in Zukunft immer mehr E-Autos auf den Markt kommen.

 

 Die einzige aktuell in Velpke vorhandene Ladesäule an der Tankstelle ist unpraktisch, vor allem, da es keine Schnell-Ladesäule ist. Denn wer „parkt“ sein Auto schon für einige Stunden am Ortsrand, um es dort aufzuladen? Praktischer wären Ladesäulen dort, wo man häufiger regelmäßig hinkommt, also in Velpke z.B. auf den Parkplätzen der Supermärkte (E-Kauf, ALDI, netto, usw.). Dann könnte man die Zeit des Einkaufens zum Laden nutzen“

 

 „Ich wohne in Velpke und  fahre seit einem halben Jahr einen Passat GTE.

Für mich ist aufgrund der fehlenden Ladesäulen-Infrastruktur ein Hybrid zurzeit die einzige Alternative, um den Einstieg in die E-Mobilität zu beginnen. In meinen Augen ist die Hybrid-Technologie nur eine Brückentechnologie, da die Herstellung aufwendiger und damit nicht ressourcenschonend ist.

Ausschlaggebend für die Entscheidung, einen Hybrid zu fahren ,war für mich, dass ich rein elektrisch von Velpke zur Arbeit nach Wolfsburg fahren kann. Mit einer vollen Ladung, die an der Steckdose zu Hause ( siehe Foto) ca. 3-4 Stunden dauert, kommt man somit 2x hin und 1x zurück (Velpke-Wolfburg).

Was tatsächlich fehlt, sind geeignete Flächen mit Ladesäulen, so dass man auch öffentlich laden kann.So gibt es zwar in Velpke die E-Ladesäule an der Tankstelle, aber wer möchte 2- 3 Stunden an der Tankstelle sein Auto laden?

An Tankstellen sind zukünftig nur Schnellladesäulen mit großer Leistung sinnvoll, wo max. 15min für das Aufladen benötigt werden. Für normale Ladesäulen mit kleiner Leistung 11kW-22kW bieten sich für den weiteren Ausbau auch in Velpke bessere Möglichkeiten an:

  • In der Nähe von Restaurants und Gaststätten / Hotels z.B. am Marktplatz
  • In der Nähe von Einkaufsmöglichkeiten z.B. am Weideweg / Einkaufszentrum
  • In der Nähe von Arztpraxen, Samtgemeinde z.B. Oebisfelder Straße
  •  

Ich hoffe, dass diese Punkte in die Planung zukünftiger E-Ladesäulen in Velpke und Umgebung mit einfließen können.“

 

(Gerne stehe ich Ihnen auch bei weiteren Fragen oder Anregungen zum Thema zur Verfügung, Sie können mich telefonisch unter 05364 – 5239 oder per Mail wilke.samtgemeinde@velpke.de

 

erreichen oder auch gerne einen persönlichen Termin vereinbaren.)

 

Stefanie Wilke

(Klimaschutzmanagerin)